Eine positive Sicherheitskultur in der professionellen Langzeitpflege trägt maßgeblich zur Pflegesicherheit bei. Um Pflegeorganisationen bei der Stärkung ihrer Sicherheitskultur zu unterstützen, hat das ZQP Arbeits- und Schulungsmaterial erarbeitet.
Arbeits- und Schulungsmaterial
Eine positive Sicherheitskultur in der professionellen Langzeitpflege trägt maßgeblich zur Pflegesicherheit bei. Um Pflegeorganisationen bei der Stärkung ihrer Sicherheitskultur zu unterstützen, hat das ZQP Arbeits- und Schulungsmaterial erarbeitet.
Das Arbeits- und Schulungsmaterial zur Stärkung der Sicherheitskultur in Pflegeorganisationen dient dazu, Basiswissen sowie praxisbezogene Anregungen für sicherheitsrelevante Veränderungen auf struktureller, prozessualer und persönlicher Ebene zu vermitteln. Ziel ist es letztlich, Gesundheitsrisiken pflegebedürftiger Menschen zu reduzieren und die Zusammenarbeit im Pflegeteam zu verbessern. Zielgruppe sind professionell Pflegende in ambulanten Diensten und stationären Pflegeeinrichtungen, Leitungspersonen, Qualitätsbeauftragte, Lehrende und Auszubildende sowie Studierende in der Pflege.
Das Material umfasst eine Übersicht, einen Praxisleitfaden für die Durchführung eines Projekts zur Stärkung der Sicherheitskultur, Präsentationsfolien und Arbeitsblätter für Gruppenschulungen sowie Lern- und Reflexionsposter zum Aushang.
Die Inhalte des Materials, die Ziele und Hinweise zur Nutzung sind in einer Übersicht zusammengefasst.
Der Praxisleitfaden soll ambulante, voll- und teilstationäre Pflegeorganisationen dabei unterstützen, ihre Sicherheitskultur im Rahmen eines partizipativ ausgerichteten Projekts zu stärken. Ziel ist eine strukturierte fachlich-konstruktive Auseinandersetzung mit den vielfältigen Aspekten von Sicherheitskultur, um diesbezüglich eine gemeinsame Haltung, Kompetenzen, Strukturen und Prozesse in der Organisation zu entwickeln. Dafür bietet der Leitfaden Basiswissen zu Sicherheitskultur, Tipps zur Durchführung des Projekts sowie Beispiele für entsprechende Maßnahmen, Instrumente, Methoden und Konzepte, die bei der Weiterentwicklung der Sicherheitskultur hilfreich sein können. Dazu gehört das Check-up zur Sicherheitskultur in Pflegeorganisationen oder Pflegeteams für die systematische Bestandsaufnahme.
Das Schulungsmaterial dient dazu, durch Wissens- und Kompetenzerweiterung bei Mitarbeitenden eine positive Sicherheitskultur zu fördern. Zudem sollen sicherheitsrelevante Veränderungen auf struktureller, prozessualer und persönlicher Ebene angeregt werden. Dazu werden unter anderem praxisbezogene Maßnahmen thematisiert.
Das Material ist informativ, interaktiv und dialogoffen angelegt. Es kann variabel vollständig oder teilweise in Pflegeorganisationen der Langzeitpflege sowie in der Pflegeaus- und
-fortbildung genutzt werden.
Die 8 Lernposter (One-Minute-Wonder) dienen dazu, im Arbeitsalltag von professionell Pflegenden niedrigschwellig Wissen zu vermitteln oder aufzufrischen. Sie sollen Kompetenzen, Handlungssicherheit und Teamkommunikation zur Stärkung der Sicherheitskultur fördern.
Themen sind: Bedeutung positiver Sicherheitskultur • Bedeutung von Pflegesicherheit • Kritische Ereignisse • Vorgehen nach einem kritischen Ereignis • Einbezug von pflegebedürftigen Menschen und Angehörigen • Konzept Speak Up • Methode SBAR • Methode DESC
Die Lernposter können schulungsbegleitend, themen- oder anlassbezogen in beliebiger Reihenfolge an häufig besuchten Orten in der Organisation aufgehängt werden, beispielsweise in der Personalküche, im Dienstzimmer, Arbeitsraum, WC-Bereich, Besprechungs- oder Pausenraum.
Die 7 Reflexionsposter sind ein didaktisches Instrument, um die Reflexion über Aspekte von Sicherheitskultur bei Mitarbeitenden in Pflegeorganisationen anzuregen. Sie thematisieren zum Beispiel die Kommunikation, Reflexionsfähigkeit sowie Verantwortungsbereitschaft anhand von Sprichwörtern. Dies soll das Risiko- und Sicherheitsbewusstsein innerhalb der Organisation fördern. Zudem bieten die Poster eine Grundlage für den Austausch zwischen Mitarbeitenden, pflegebedürftigen Menschen, Angehörigen und weiteren Berufsgruppen zu Themen der Sicherheitskultur.
Die Poster können an häufig besuchten Orten in der Pflegeorganisation wie Personalküche, Flur, Arbeitsraum oder WC-Bereich aufgehängt werden. Es kann sinnvoll sein, die Intention vorab beispielsweise per Aushang, in der Hauszeitung oder bei internen Veranstaltungen zu erläutern. In diesem Rahmen können auch pflegebedürftige Menschen und Angehörige einbezogen werden.
Das Arbeits- und Schulungsmaterial wurde vom ZQP in einem mehrstufigen Verfahren auf Basis wissenschaftlicher Studien und Praxiserfahrungen konzipiert. Es wird regelmäßig aktualisiert, weiterentwickelt und erweitert. Der Praxisleitfaden entstand im Zusammenhang mit dem Praxisprojekt Prävention in Lebenswelten durch Sicherheitskultur in Organisationen des ambulanten Pflege-Settings (Kurztitel: PriO-a).
Das Pflege-CIRS ist ein frei zugängliches anonymes Berichts- und Lernangebot zu kritischen Ereignissen in der professionellen Langzeitpflege älterer Menschen.